Erfahrungsbericht Indoor-OL oder wie die Idee für einen Indoor-OL an der Kanti Wil entstanden ist.

Am «Ruhetag» am O-Ringen 2024 in Oskarshamn wollte ich die Chance packen, mich auch einmal an einem Indoor-OL zu versuchen. Ich schaute mir die Bahnlängen an und dachte mir: «Weniger als 1000m Bahnlänge in einem einzigen Gebäude – da liegt auch am Ruhetag die Kategorie «svår» locker drin». Frohgemut rannte ich los und fand die ersten Posten auch problemlos. Das Einzige, was mich leicht befremdete, war, dass ich beim Vorbeirennen auch Läufer sah, die auf Sofas sassen und intensiv die Karten studierten. Ich dachte für mich, dass diese es mit dem Ruhetag etwas übertreiben würden. 

Nach dem dritten Posten musste aber auch ich ein erstes Mal ein wenig länger stehen bleiben, um den Weg zum vierten Posten via ein anderes Stockwerk zu finden. Und es wurde nicht besser: Nachdem ich zu zwei weiteren Posten überhastete Routenwahlen getroffen hatte, bei denen ich auf einmal vor einer Einbahn stand oder der Weg sonst versperrt war, dämmerte es mir langsam, dass es vielleicht gar keine so schlechte Idee war, die Routenwahl sitzend auf einem Sofa durchzudenken. Aber auch sitzend war es nicht immer einfach, eine gescheite Route zum nächsten Posten zu finden: Über welche Treppe muss ich in die Turnhalle hinunter, so dass ich dann zum richtigen Ausgang aus der Turnhalle komme, der mich über weitere Gänge und Stockwerkwechsel schliesslich zur Treppe «Z» führt, über die ich dann den nächsten Posten erreichen konnte? Das Geplante dann auch noch richtig umzusetzen im Wirrwarr der verschiedenen Treppen, Türen und Gängen war eine Herausforderung, bei der mein Kopf manchmal im «anaeroben» Bereich zu drehen begann. Aber Aufgeben war auch an einem Ruhetag keine Option und nach mehr als einer Stunde lief ich mit sturmem Kopf ins Ziel. 

Und trotzdem war ich zufrieden: Es war wirklich «svår» gewesen, aber ich bin ohne Postenfehler ins Ziel gekommen. Ich war schon etwas enttäuscht, dass ich für weniger als einen Kilometer mehr als eine Stunde gebraucht hatte. Definitiv getröstet hat mich aber, dass mein jüngster Sohn, der normalerweise viel schneller im OL ist, noch einige Sekunden länger gebraucht hatte als ich, weil er ebenso mit den vielfältigen Herausforderungen zu kämpfen hatte und seine läuferische Überlegenheit ihm diesmals nichts nutzte.

Nach diesem ersten Indoor-OL war mir klar: Die Kantonsschule Wil eignet sich genauso gut für einen Indoor-OL wie das Gymnasium in Oskarshamn! So einen Event müssen auch wir organisieren. (Und wir sollten dabei unbedingt auch für Sitzgelegenheiten sorgen.)

(Urs Gruber / Hauptinitiator Wiler Indoor OL Event )